Augenerkrankungen, die vermehrt in höherem Alter auftreten – denn auch die Augen werden alt

Das Älterwerden bringt viele Veränderungen mit sich, die unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden beeinflussen. Ältere Menschen sind besonders für verschiedene Alterserkrankungen anfällig, und Augenkrankheiten sind da keine Ausnahme. Es gibt einige Erkrankungen, die das Sehvermögen schwächen.

Katarakt

Zu den am meisten verbreiteten Erkrankungen gehört  der Graue Star. Charakteristisch für diese Krankheit ist die Trübung der Augenlinse. „Der Graue Star beeinträchtigt meist Patient*innen im Alter um das 60.  Lebensjahr und älter, tritt aber auch in jüngeren Jahren auf. Der Graue Star kann sowohl angeboren sein als auch nach einer Augenverletzung auftreten. Er äußert sich durch Verschlechterung der Fernsicht sowie beim Lesen und durch die Dioptrien-Änderung.  Er kann nur operativ behandelt werden,  also durch die Entnahme der getrübten Linse aus dem Auge und das Ersetzen durch eine künstliche Intraokularlinse. Die Operation des Grauen Stars gehört zu den üblichen ambulanten Eingriffen ,“ beschreibt Dr. Pavel Stodulka.

Makuladegeneration

Auf diese Erkrankung weisen die Fachleute immer öfters hin. „Die altersbedingte Makuladegeneration ist eine Erkrankung des Zentrums der Netzhaut, das für eine gute Sehkraft verantwortlich ist. Es gibt mehrere Ursachen für die Entstehung der altersbedingten Makuladegeneration. Sie hängen mit dem Alter zusammen, mit der genetischen Belastung und dem Lebensstil. Die Erkrankung wird in zwei Formen eingeteilt – die trockene und die feuchte Makuladegeneration. Häufiger tritt die trockene Form auf, die weniger gefährlich ist, da keine Schwellung oder Blutung auf der Netzhaut auftritt und die Sehschärfe typischerweise allmählich abnimmt. Sie kann sich aber schnell in die gefährliche feuchte Form übergehen. Dann nimmt die Sehkraft sehr schnell ab. Die Folgen, die durch die fortgeschrittene feuchte Form der Makuladegeneration verursacht werden, können dann nicht mehr rückgängig gemacht werden. Daher ist es sehr wichtig, Augenärzt*innen so bald wie möglich aufzusuchen,“ so Dr. Stodulka.

Glaukom

Der Grüne Star äußert sich durch eine Verschlechterung des peripheren Sehens, was die Patient*innen zu Beginn vielleicht überhaupt nicht bemerken. „Obwohl die Schädigung der Augen durch den Grünen Star irreversibel ist, kann man in den meisten Fällen durch Augentropfen zur Reduzierung des intraokularen Drucks das Fortschreiten des  Grünen Stars aufhalten oder verlangsamen.  Falls die Augentropfen nicht greifen, kann der Augenarzt einen Laser- oder chirurgischen Eingriff zur Senkung des intraokularen Drucks vorschlagen. Ein fortgeschrittenes Glaukom verursacht Gesichtsfeldausfälle und kann zur vollständigen Erblindung führen,“ warnt Dr. Pavel Stodulka, FEBOS-CR.

Diabetische Retinopathie

Die Diabetische Retinopathie ist eine häufige Augenkomplikation, die mit Diabetes zusammenhängt. „Die Diabetische Retinopathie bzw. Veränderungen an der Netzhaut infolge der Zuckerkrankheit führt zu einer deutlichen Verschlechterung des Sehens. In erster Linie ist es erforderlich, Diabetes zu kompensieren und festzustellen, wie lange die Patient*innen an Diabetes leiden. Wenn die Netzhautveränderungen deutlich fortschreiten, ist eine Behandlung der Netzhaut z. B. mit dem Laser notwendig, eventuell die Verabreichung von Medikamenten ins Auge durch Augenspritzen oder eine Operation der Netzhaut. Sofern die Patient*innen zuckerkrank sind, sind regelmäßige Kontrollen ein Muss,“ erinnert Pavel Stodulka.

Der Verlust des Sehvermögens kann sich stark in der Lebensqualität niederschlagen. Nicht nur Senior*innen sollten darauf bedacht sein und regelmäßig die Augenärzt*innen besuchen. Prävention und Frühdiagnostik sind der Schlüssel  zur Erhaltung der guten Sehkraft und zur Reduzierung des Risikos beim Auftreten ernsthafter Augenerkrankungen.