Verschlechterte Lichtverhältnisse und schlechtes Wetter im Herbst führen dazu, dass es auf den Straßen häufiger zu Unfällen kommt. Das sind jedoch nicht die einzigen Gründe. Oft spielen auch unbehandelte oder nicht korrigierte Fehlsichtigkeiten eine Rolle, von denen viele Autofahrer gar nichts wissen.
Rund zwanzig Prozent der Lenker unterschätzen, wie wichtig Brillen oder Kontaktlinsen am Steuer sind. Dabei beeinflussen Fehlsichtigkeiten wie Weitsichtigkeit, Alterssichtigkeit, Astigmatismus oder Kurzsichtigkeit die Fähigkeit, ein Fahrzeug sicher zu führen. Aus diesem Grund haben viele Menschen eine Sehhilfepflicht sogar im Führerschein eingetragen.
Gefährlich kann auch Blendung sein. Sie kann selbst jene überraschen, die keine Fehlsichtigkeit haben. In solchen Situationen hilft es, zu Brillen mit speziellen Beschichtungen zu greifen. Dazu gehören gefärbte Gläser oder Gläser mit Antireflexbeschichtung. Optometristin Martina Otrisalova, BSc erklärt: „Ideal für das Fahren in der Nacht sind Gläser mit der DrivePro Beschichtung, die ein gelbliches bis orangefarbenes Aufhellungsfilter haben. Drivewear Brillen kombinieren eine photochrome Technologie mit Polarisation und reagieren sogar hinter der Windschutzscheibe. Die Gläser passen ihre Tönung den Bedingungen an, also bei Dämmerung, Tageslicht oder starkem Sonnenlicht. Gleichzeitig blockieren sie hundert Prozent der UV Strahlung.“
Es gibt jedoch Faktoren, bei denen keine Brille das Sehen verbessern kann. Dazu gehören vor allem der Graue Star und die Nachtblindheit. Beim Grauen Star, der in Österreich ebenfalls viele Menschen betrifft, bemerkt der Fahrer verschwommenes Sehen, eine erhöhte Blendempfindlichkeit und eine verzerrte Wahrnehmung von Objekten. Diese Erkrankung lässt sich rasch und sicher durch einen ambulanten Eingriff behandeln. Nachtblindheit hingegen ist nicht operierbar.
„Die Erkrankung zeigt sich durch deutlich schlechteres oder fehlendes Sehen in der Dämmerung, durch Probleme mit der Orientierung im Dunkeln oder im Nebel und durch eine langsame Anpassung des Auges beim Wechsel von hell nach dunkel. Ursache ist meist eine Störung der Sehstäbchen in der Netzhaut. Betroffene sollten das Autofahren in der Dämmerung und bei Nacht möglichst vermeiden“ erklärt der Leiter des Netzwerks Gemini, MUDr. Pavel Stodůlka.
Wichtig ist auch der allgemeine Gesundheitszustand des Fahrers. Selbst eine einfache Erkältung kann gefährlich sein, da man beim Niesen die Augen nicht offenhalten kann. Der Niesreflex führt zum Zusammenziehen mehrerer Muskelgruppen, auch der Augenlider. Ein einziges Niesen kann im Auto nicht nur zu einem unkontrollierten Manöver führen, sondern auch dazu, dass man mehrere Meter blind fährt. Auf der Autobahn können es sogar bis zu dreißig Meter sein.